Jennifer Sparr (18)

Rätsel

Ihren Atem auf der Wange
ihre Hand so sanft im Haar
und im Ohr ihres Pulses Klänge
wird ihr Geheimnis Dir plötzlich gewahr

Beredt sind die Sonnenstrahlen
junges Laub flüstert es zu
es nicken die vormals Kahlen
sie wissen um Dein Du

Leben regt sich am Tage
bunt, klangvoll im Rausch
kehrt abends ein ohne Klage
vollzieht den heiligen Tausch

Rauher ihr Flüstern doch zärtlich
umgeben vom Mantel der Nacht
die Gnade darin offenbart sich
dem der fühlend erwacht

Des Käuzchens Ruf heißt Wehmut
Du weihst Deine Tränen ihr
und auf dem Sehnsuchtspfad im Blut
Du weißt, erzählt sie ’s Dir

 

 

Wortlose Stille

Lautlos geht vonstatten
was das Herz bewegt
leise sind die Schatten
wo Gefühl sich regt

Warte nicht auf Worte
wenn die Seele weint
sie verwirren Orte
denen still Licht scheint

Horch auf den Fluß
so tief in dir drin
geweckt von stillem Kuß
singt des Daseins Sinn

Dann schmerzt jeder Laut
von Unvernunft gemacht
ist nur die Hand vertraut
die durchs Dunkel führt, ganz sacht ...

... im Schweigen anders sehn
Du finden
näher fühlen
geschützt vom Schweigen
das Unaussprechliche
so fügt, was gebrochen
heilt, was ver-wunde(r)t
nimmt an im Ja
(geborgen
lächelnd den Grenzen der Sprache
du weißt
o ja)