Beate Schlöglhofer (14)
Unaufhaltsame Trennungen
Ich sehe dich am anderen Ufer des breiten Flusses.
Alles kommt so plötzlich für mich.
Warum musstest du so früh sterben?
So kaltblütig aus dem Leben gerissen.
Warum gerade du?
Große, reißende Wellen krachen schäumend an die
Stützen der Brücke.
Du winkst mir zu "Komm zu mir!" rufst du.
Ich möchte zu dir kommen aber es geht nicht.
Ich möchte über die Brücke laufen aber irgendetwas
hält mich zurück.
Ein abwesendes Lächeln liegt auf deinen Lippen.
Ich merke wie die Brücke immer länger und der Fluß
immer breiter wird.
Verbissen kämpfe ich gegen den Bann, der mich fesselt.
Ich kann mich nicht von ihm befreien!
Immer weiter wird der Abstand zwischen uns.
Immer verschwommener dein Antlitz.
Dann bist du plötzlich ganz verschwunden.
Verschwunden ist deine schöne Gestalt.
Verschwunden sind deine klaren Augen.
Verschwunden ist nun auch dein Lächeln.
Nun stehe ich allein auf der Brücke.
Allein blicke ich in das Getöse der Wellen.
Allein sehe ich ein allerletztes Mal zu der Stelle wo du gestanden
bist.
Aber ich verspreche dir:
Eines Tages werden wir uns wiedersehen.