Stefanie Brottrager (16)
Stumme Federn
Wenn kalte Fische der Löffelmusik lauschen
Und rote Kühe grünes Gras fressen
Bis sie zusammenwachsen
Wird in mir der Kuckuck brüllen
Die leere Stimme in meiner Magensäure
Die offene Kehle verschnüre ich dir
Ruhe drückt das Geschrei nieder
Bis nur mehr Augen übrigbleiben
Taube Ohren lauschen nicht mehr
Der geschrumpfte Käfig ist verblasst
Die letzten bunten Federn
Verweht mein Glück
Die kantige Schwere am Rücken der Ameise
Wird nicht verschluckt, sondern erbrochen
Denn Ablagerungen in meinen Adern machen mich lahm
Nicht war der Kuckuck meiner Quelle Nahrung
Oder sein Geschrei mein Zirkus
Sondern höchstens der niedrigste Blutegel
Spiegelt sich das dunkle Weiß deiner Augen
Nun in rohem Fleisch
So graben sie nicht mehr in der Wüste meiner Seele
Sondern werden blutig verschluckt