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Samstag, 7. April
Uff! Um halb sechs hieß es für mich aufstehen,
weil Treffpunkt Grazer Hauptbahnhof war, und ich (Lisa) aber
in Leibnitz wohne. Endlich fertig! Schnell das Gepäck in
den Kofferraum. Noch im Halbschlaf stieg ich ins Auto meiner
Mutter, und sie brauste los Richtung Graz.
Um viertel acht kamen wir am Hauptbahnhof an, und um 7.44 Uhr
sollte der Zug abfahren. In der Vorhalle warteten schon Martin
Ohrt und ein paar andere Mitreisende.
Wir standen also am Bahnhof und warteten auf den Zug. Als er
gekommen war, gab es noch Abschiedsküsschen von Mama und
Papa, und die Reise konnte beginnen.
Eltern - bye, bye! - Zugfahrt - Juhuuu!
Aber was heißt
da "Juhuuu?"
Nach zwei Stunden merkte ich, dass die Fahrt alles andere als
"Juhuuu" war. (Die ÖBB könnten sich auch
langsam einmal nen ICE anschaffen. Sollten sich ein Beispiel
an der DB nehmen!)
Von der Herumschaukelei wurde fast allen schlecht, nur Irene
nicht. (Sie hatte ja auch nicht tonnenweise Dragee-Keksi gegessen.)
Nach einiger Zeit verspürte Marieke den Drang, etwas zu
trinken. Mineralwasser ausgepackt, aufgeschraubt - "Achtung,
Bodenwelle" - und schon waren Tanjas Schuhe und ihr Rucksack
voll mit Mariekes Mineral.
20 Minuten später jedoch erfolgte die zweite Panne: Melanie
packt Latella aus - "Wah! Ich hasse so Milchzeugs! Warum
packt mir die Mama immer so an Schaaas ein?!?" - Drei Schlucke
waren getan, und "schwups" - war das nächste Getränk
verschüttet. Die nächsten zwei Stunden war Melanie
damit beschäftigt, mit Hilfe meiner Taschentücher und
Mariekes Mineralwasser (sie hatte nicht alles verschüttet)
den riesengroßen Latella-Fleck auf ihrer Hose rauszuwaschen.
("Wah! Schaut ja aus, als hätt i mi ang'schifft!!!")
Marieke beschäftigte sich mit ihrem Pokémon-Gameboyspiel
("Nein du Idiot! Wieso war die Attacke nicht effektiv???"),
Tanja hörte Musik auf ihrem Discman, Melanie telefonierte
die ganze Zeit, die Buben rissen Blondinenwitze und Martin O.,
Alisha und Irene spielten Karten. Ich las die ganze Zeit über
mein Abenteuerbuch.
In Salzburg stiegen auch Anton, Klara und die Betreuerin Anna
zu. Anton setzte sich zu den Buben und schob sich über die
Blondinenwitze ab, Anna studierte die Zeitung und Klara lernte
die Fußballseite einer Sportzeitung auswendig und machte
Sportwetten.
Um 13.36 Uhr stiegen wir am Münchener Hauptbahnhof aus.
Dort gab es einen einstündigen Aufenthalt. Wir gingen ins
Café Rubenbauer. Martin O. und Anna tranken Kaffee, und
da es dann nur mehr an der Theke freie Plätze gab und ansonsten
nur mehr Stehplätze, gingen Martin F., Karlheinz, Thomas,
Anton und ich uns ein bisschen umschauen. Anton beschloss, sein
ganzes Geld zu verplempern, und im ersten Souvenirshop kaufte
er gleich zehn (unnütze) Souvenirs auf einmal. In einem
Comicshop waren wir auch, wo er sich wieder etwas kaufte. Auf
Mittagessen hatte keiner so wirklich Lust, weil den meisten noch
immer schlecht war. Dann ging es aber schon wieder weiter.
Marieke jammerte
wegen ihrer schweren Tasche. Wir stiegen in den ICE. Ich (Alisha)
saß mit Irene in einer Reihe. Leider konnte man im ICE
die Fenster nicht aufmachen. Dafür gab es eine Lüftung.
Aber trotzem wurde den meisten schlecht. Anna und Martin gingen
in den Speisesaal.
Endlich! Wir kamen in Halle/Saale an. Aber wir waren noch nicht
da, wo wir hinwollten. Also stiegen wir in die S-Bahn. Wir fuhren
sieben Stationen.
Endlich waren wir angekommen. Draußen am Bahnsteig holten
uns Christina Seidel, Pauline, Maria, Christiane und Pauline
ab. Sie nahmen unsere Koffer und schleppten sie zum Auto. Das
hieß eigentlich: Wir trugen die Koffer zum Auto, und sie
nahmen uns die Koffer ab und luden sie ins Auto. Dann fuhr Christina
mit dem Gepäck zur Villa Jühling. Wir gingen zu Fuß.
Als wir dort waren, wurden uns die Zimmer gezeigt. Als jeder
sein Zimmer hatte, ruhten wir uns als erstes einmal aus, und
dann gingen wir Abendessen.
Lisa Heidinger
Irene Diwiak
Alisha Gamsjäger
Sonntag, 8. April Der erste Tag in Halle an der Saale!
Ich
war zwar noch müde, trotzdem hüpfte ich aus meinem
Federbett, zog mich ein wenig schlaftrunken an und ging hinunter,
um zu frühstücken. Es schmeckte ausgezeichnet.
Nach dem Frühstück versammelten sich alle auf der Terrasse,
um ein Interview mit einem anderen Kind zu machen. Ich fand diese
Idee super, denn mit Hilfe dieses Interviews lernte ich die noch
fremden, anderen Kinder erstmals ein wenig kennen.
Anschließend bekamen wir die ersten drei Schreibanregungen,
die da lauteten: 1.) Abgehoben 2.) Unten durch 3.) Nichts wie
weg. Am Anfang dachte ich mir noch: Na toll, was soll man da
schon schreiben? Ich wählte das 3.) Thema, und Gott sei
Dank fand ich eine passende Geschichte, welche zu diesem Thema
passte.
Am Nachmittag besuchte
uns der Schriftsteller Kurt Wünsch in der Villa Jühling.
Er las uns eine nette Geschichte mit dem Titel: Ich mag dich!
vor. Dieser Text gefiel mir besonders gut. Auch den anderen schien
er sehr gut imponiert zu haben, denn als der Autor sein Werk
vorlas schauten sie alle sehr interessiert und gespannt.
Wir Jungautoren hatten dann auch die Aufgabe, eine Geschichte
oder ein Gedicht zu "Ich mag dich" zu schreiben.
Zirka zwei Stunden später trafen wir uns wieder, um nun
unsere Werke vorzulesen. Ehrlich gesagt, war ich erstaunt, wie
gut manche Stories waren, man könnte meinen, sie wären
von Christine Nöstlinger. Jedenfalls hat sie schon einige
sehr gute Nachfolger.
Gegen Abend nahmen wir unser Abendessen zu uns, gingen auf unsere
Zimmer, genossen unser 5-tägiges Schriftstellerleben und
gingen, wie die Nacht zuvor, spät zu Bett.
Tanja Pichler
Montag, 9. April
Das
Frühstück aßen wir um neun. Danach spielten wir
Räuber und Gendarm. Wobei sich die Räuber schon um
9.30 Uhr auf den Weg machten, die Gendarmen erst um 10 Uhr.
Schläfrig wanderten wir bis zum Mittagessen durch den Wald.
(Spielregeln zu Räuber und Gendarm bitte woanders nachlesen!)
Um 12 Uhr war das Spiel vorbei, und wir liefen hungrig zum Haus
zurück, wo uns um 12.30 Uhr die Mägen mit Gemüseauflauf
(für Vegetarier) und Nudelauflauf (für Fleischfresser)
gefüllt wurden.
Eineinhalb Stunden lang hatten wir dann Mittagspause, die manche
mit Tischtennis Spielen, Spazierengehen, Lesen, Quatschen, Spielen
usw. ausfüllten.
Um 14 Uhr begannen wir mit der Werkstatt. "Werkstatt"
heißt, dass wir Geschichten zu verschiedenen Themen schreiben
und nach maximal zwei Stunden vorlesen. Es gibt auch Besuch von
verschiedenen Schriftstellern. Diesmal besuchte uns Konrad Potthoff.
Er stellte uns die Aufgabe, ein schlechtes oder gutes Erlebnis
zu beschreiben.
Um 18 Uhr gab es Abendessen. Danach war bis 22 Uhr Freizeit und
bis 8 Uhr in der Früh Bettruhe.
Melanie Gerhold
Klara Jiranek
Karlheinz Breinhälter
Dienstag, 10. April
In der Früh
kamen wir nur schwer aus den federn. Kein Wunder, zwei Uhr früh
ist auch nicht die ideale Bettgehzeit. Am Vormittag kam Jürgen
Jankovsky. Wir sahen uns einen Fil an: "Der Mansfelder Münchhausen.
Danach sollten wir selber eine verlogene Geschichte erfinden.
Es gab aber noch drei andere Themen zur Auswahl. Dann gab es
Mittagessen. Die Texte wurden fertiggestellt und vorgelesen.
Danach gab es Freizeit, Abendessen, Besprechungen, Freizeit bis
oh Gott!
Anton Maurer
Mittwoch, 11. April
Um acht Uhr klingelte der Wecker. Wie jeden Morgen schleppten
wir uns aus dem Bett. Viel Schlaf hatten wir in dieser Nacht
nicht. Bis um halb drei waren wir wach gewesen. Alle hatten Ringe
unter den Augen und gähnten. Tägliche Morgenwäsche
und Frühstück waren angesagt. Wir Mädchen standen
ewig vor dem Spiegel, schminkten uns und bastelten an unseren
Haaren herum, denn heute hatten wir einen Grund dazu, heute war
die Abschlusslesung im Marktschlösschen Halle. In Hektik
packten wir Deutschen die restlichen Sachen zusammen, es war
ja schließlich der letzte Tag für uns. Die Österreicher
sahen uns in aller Ruhe zu. Sie würden ja erst morgen abreisen.
Halb zehn wurden die Reisetaschen in Frau Seidels Auto verladen.
Und schon ging es los zur S-Bahnhaltestelle. Jetzt würden
wir den Österreichern einmal die Innenstadt zeigen. Nach
und nach verschwanden die Bäume und man sah nur noch Hochhäuser
und Einkaufszentren.
"Nächste
Haltestelle: Halle Saale Hauptbahnhof", ertönte die
Stimme aus den Lautsprechern. Im Zug war es schön warm gewesen,
aber hier draußen war es eiskalt. Wir liefen durch den
grafittibeschmierten Tunnel auf den Boulevard. Die vielen kleinen
Stände am Anfang waren nicht so toll, dafür war es
schwer, an den großen und wirklich guten Läden am
Ende des Boulevard einfach vorbeizugehen. Die Österreicher
waren begeistert von dem großen Marktplatz mit den vielen
Ständen und dem Rathaus. Sogar das Händel-Denkmal erkannten
sie sofort.
Wir liefen quer über den Markt zum Marktschlösschen
und entdeckten ein Plakat: "Jugend schreibt, Lesung zum
Thema: ICH MAG DICH" Verdutzt schauten wir uns an. Einige
Geschichten waren das glatte Gegenteil von ICH MAG DICH.
Im Schlösschen hatten wir einen Raum für uns und machten
es uns gemütlich. Am Vortag hatten wir die Zettel gezogen
und wollten nun die Straßengeschichten schreiben. Immer
zwei Personen gingen zusammen zu irgendeiner Straße oder
einem Weg und schrieben dort etwas zu der Straße, in der
sie sich befanden. Maria und ich machten uns auf den Weg zu Brunos
Warte. Wir tricksten etwas, kauften uns Fahrkarten und fuhren
eine Station mit der Straßenbahn.
Dort angelangt,
starrten wir in eine öde Gegend. Hier war nur ein Parkplatz
und ein alter verrosteter Spielplatz. Wir beschlossen, uns etwas
hier umzusehen, und entdeckten ganz am Ende dieser Straße
einen Brunnen, wo sechs Handwerker eingemeißelt waren.
Wir setzten uns und schrieben jeder ein Gedicht zu diesem Brunnen.
Als wir fertig waren und wieder zum Marktschlösschen gingen,
war es schon um halb eins. Auf dem Weg trafen wir einen Österreicher
und gingen noch ein Eis essen. Kurz vor um eins rannten wir nun
wirklich zum Marktschlösschen. Dort stand schon für
jeden ein Broiler bereit, und wir ließen es uns schmecken.
Als wir fertig waren, machten wir uns auf den Weg zur Bürgermeisterin.
Dort redeten wir ein wenig, und jeder bekam einen Stadtplan und
ein paar Hallorenkugeln. Nochmals ging es zurück zum Schösschen.
Wir luden unsere Sachen ab und machten einen kleinen Stadtbummel.
Dann war es schon um fünf, und die Lesung würde bald
beginnen. Wir setzten uns wieder in unseren "Privatraum",
und es gab Bockwürste. Anschließend planten wir alles
für die Lesung und machten noch ein paar Fotos.
Nun saßen
wir alle geschniegelt und gebügelt im Lesungsraum. Es herrschte
eine angespannte Stimmung. Die ersten Gäste kamen, und alle
wurden noch aufgeregter. Die Lesung verlief sehr gut, und der
Applaus war groß. Vor allem bei Antons Gedicht lachten
sich alle schlapp. Dann war es schon um acht, und der Moment
des Abschieds kam. Jeder umarmte jeden, und es war sehr schwer,
sich nach dieser schönen Woche zu trennen. Tschüß
Schreibwerkstatt, bis zum Sommer in Graz!
Pauline Vörös |