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Samstag, 3. April 2004
Die Zugfahrt von Graz nach Gelnhausen
"Achtung, Achtung, der Zug nach Selzthal fährt in
wenigen Minuten ab!", tönt es über die Bahnsteige
des Grazer Hauptbahnhofes. Wir (Alex, Dori, Lena und Petra) rennen
zum Zug, steigen etwas verspätet in die 1. Klasse ein und
trocknen nicht vorhandene Abschiedstränen.
Um
uns nicht zu Tode zu langweilen, spielen wir Quartett. (Inzwischen
kennen wir alle Katzenarten und österreichischen Sehenswürdigkeiten
auswendig!)
In Leoben kommen auch noch Ronja und Andy dazu, doch sie hören
lieber Discman, anstatt sich wie wir zu bilden. Außerdem
nervt Ronja Andy, indem sie ihr ununterbrochen Messinos anbietet.
In Selzthal angekommen steigen wir in einen 2. Klasse-Waggon
eines Zuges der ÖBB um und - wie könnte es anders sein
- spielen Quartett die 578ste.
Endlich in Linz angekommen, treffen wir auf Steffi, Anna und
- zu unserer großen Freude - auf einen ICE der Deutschen
Bahn mit Bordrestaurant, in das sich Martin und Anna sofort begeben.
Währenddessen nehmen wir (Lena, Petra, Steffi) in einem
1. Klasse-Fünfer-Abteil Platz und spielen lange Zeit - jetzt
kommt die große Überraschung - nicht Quartett sondern
UNO!!!
Als dies abgeschlossen ist, wird uns wieder sehr langweilig,
bis zu unserer Aufmunterung in Passau ein älteres Ehepaar
aus Frankfurt am Main zusteigt und uns damit beglückt, dass
wir ihnen bei dem Beschweren über die "defekte Kaffeemaschine"
zuhören können.
Inzwischen sind wir in Fulda angelangt. Endlich angekommen? Nein,
zu früh gefreut! Jetzt geht es noch etwa eine Stunde mit
einem doppelstöckigen Bummelbähnchen weiter nach Gelnhausen,
wo uns Eltern schon sehnsüchtig erwarten, um uns in die
Jugendherberge Linsengericht-Geislitz zu bringen.
Leider waren es nicht unsere Eltern, sondern welche von den teilnehmenden
Kindern aus der Umgebung.
In der Jugendherberge angekommen, besichtigen wir unser Zimmer,
das statt einem richtigen Kasten nur ein paar schmale, grüne
Schränke besitzt, in die man kaum etwas hineinbringt. Schließlich
genießen wir das reichhaltige, köstliche Abendessen,
das uns nach der langen (10-stündigen) Fahrt doppelt so
gut schmeckt.
Etwas später quälen wir uns noch mit Mareike und ihren
Spielen ab, bevor wir (Alex, Dori, Lena, Petra und Steffi) ins
Bett fallen. Aber nicht etwa zum Schlafen, sondern zum Diskutieren.
Zum Beispiel über Doris gerade eben gegründete Dorische
Kirche.
Lena, Petra und Steffi
Montag, 5. Apri 2004
Montagmorgen erhoben wir uns wie üblich schwerfällig
von unseren Betten.
Wir, das heißt Steffi, Lena, Alexandra, Petra und ich,
wankten zum Frühstück.
Im Speisesaal angekommen, wurden wir von einer Horde dickbäuchiger
Footballspieler an der Tür fast zerquetscht. Als wir uns
endlich samt Frühstückskipferl zu unseren Sitzplätzen
durhgekämpft hatten, fühlten wir uns wie nach einem
Footballmatch.
Nach dem Frühstück wurden uns die Themen dieses Tages
bekannt gegeben und wir hatten Schreibzeit.
Gestärkt
und satt vom Mittagessen fuhren wir um 14 Uhr mit Taxis nach
Gelnhausen. Petra und Vicky waren etwas aufgeregt, denn sie mussten
beim Bürgermeister vorlesen.
Nach einem von Frau Mähler spendierten Eis war es soweit:
Die beiden lasen - und zwar vorm Vizebürgermeister.
Nach der Lesung sollte die Stadtführung beginnen, doch wir
mussten noch etwas warten; so gab es noch ein Foto für eine
der beiden Gelnhäuser Tageszeitungen.
Bei strömendem Regen begann sodann die Führung. Die
Touristenguide, eine gewisse Frau Plötz, war total nett.
Zuerst erfuhren wir etwas über den Obermarkt im Mittelalter.
Wir marschierten durch die schmalste Stelle, der Via Regia und
erfuhren, dass Gelnhausen eine im romanisch-gotischen Stil erbaute
Kirche besaß. Dann besichtigten wir den Brunnen, wo wir
mittelalterliche Süßigkeiten (nämlich Trockenobst
und Nüsse) bekamen.
Zuletzt spielte uns Frau Plötz ein melancholisches Lied
auf einem so genannten Gamshorn, das eigentlich ein Kuhhorn war,
vor.
Dann durften wir alleine durch die Stadt spazieren. Ich und Alexandra
hatten zwei kompetente Führerinnen: unsere beiden Gelnhäuser
Freundinnen Bianka und Aurelia. Sie zeigen uns das Kaufhaus "Joh",
neben dem ein Bratwurststand stand (Ich musste mich zwingen,
nicht hinzurennen und den gesamten Bratwurstbestand aufzuessen).
Ich erwarb in weiser Voraussicht einen Regenschirm, denn draußen
begann es zu regnen.
Doch sobald ich mich hinausstellte, klappten die Gelnhäuser,
die eben noch im strömenden Regen gestanden hatten, erfreut
ihre Regenschirme zu. Als ich ihrem Beispiel folgte, hörte
ich, wieder das leise Geräusch von Regentropfen auf der
Straße.
Grummelnd klappte ich den Regenschirm auf (inzwischen hatte es
zwar zu regnen aufgehört, doch ich wollte keinen erneuten
Regenguss riskieren.) und wir marschierten zum Obermarkt.
Dort angelangt, trafen wir eine glücklich grinsende Petra
(das sollte auch die folgenden Tage so bleiben) "Was ist
denn?", fragte ich. "Eine neue Füllfeder!",
hauchte sie und zeigte uns verzückt das gute Stück.
Nach einer weiteren halben Stunde Füllfeder-Bewunderns kamen
die Taxis und wir fuhren erschöpft in die Herberge zum Abendessen.
Unsere Erschöpfung war wie weggeblasen, als Mareike, unsere
"Entertainerin", einen Spiele-Abend veranstaltete.
Mein Team, die "Schnellen Schnecken", gewann, doch
wir teilten den Gewinn "echt schneckig" auf.
Wieder im Zimmer, starteten wir fünf Mädchen unsere
allabendliche Diskussionsrunde "Glaubst du an Gott?"
"Ja, schon irgendwie
" "Es muss ja jemand
da sein, oder? Der Urknall kann ja nicht einfach so da gewesen
sein
"
"Meiner Meinung nach hat es gar keinen Urknall gegeben
"
"Das glaubst du ja selber nicht
"
Theodora
Am Morgen standen wir früh und ausgeruht
auf und aßen um 8.00 Uhr ein tolles Frühstück.
Danach hatten wir etwas Freizeit und um 9.00 Uhr trafen wir uns
im Gemeinschaftsraum. In der Zeit von 9.00 bis 11.00 Uhr schrieben
wir unsere dritte Geschichte. Ab 11.00 Uhr war Textbesprechung
(d. h., jeder liest seine Geschichte vor und anschließend
folgt eine Kritikrunde). Um 12.00 Uhr verzehrten wir ein tolles
Mittagessen. Danach hatten wir Freizeit und trafen uns um 14.20
Uhr vor der Herberge. Dann wurden wir mit Taxis zum Gelnhäuser
Rathaus gefahren. Anschließend wurde uns allen ein Eis
mit zwei Kugeln spendiert. Um 14.30 Uhr empfing uns der Vertreter
vom Bürgermeister im Rathaus. Um 16.00 Uhr besuchten wir
eine tolle historische Stadtführung durch Gelnhausen und
wurden danach mit den Taxis wieder in die Herberge gebracht.
Um 18.00 Uhr gab es Abendessen und um 19.00 Uhr wurde die Textbesprechung
von 11.00 Uhr fortgesetzt. Anschließend spielten wir eine
ganze Menge Spiele und um 22.00 Uhr gingen wir alle schlafen,
um den nächsten Tag ausgeruht anzugehen.
Tanja
Dienstag, 6. April 2004
Am Morgen kam ich in die Jugendherberge in Geislitz. Um 9.00
Uhr habe ich die Geschichte "Vor 100 Jahren" geschrieben.
Um 12.00 Uhr habe ich Mittag gegessen es gab: Spaghetti.
Dann habe ich zwei Stunden Pause gehabt dann habe ich Geschichten
geschrieben. Und dann habe ich die Geschichten in denn Computer
getippt. Und dann wurde ich um 6.00 Uhr wider abgeholt.
Philip
Mittwoch, 7. April 2004
Alles
verlief wie immer, bis wir zu Mittag gegessen hatten.
Da fingen nämlich die Vorbereitungen zu Abschlusslesung
an.
Die letzten Texte wurden noch am PC abgetippt. Die in der Schreibzeit
geschriebenen Geschichten, die bei der Abschlusslesung vorgelesen
werden sollten, wurden von den Autoren, also uns, vorgelesen
und von den Betreuern wurden Vorlesetipps abgegeben.
Um ca. 17:30 Uhr fuhren wir alle aufgeregt mit dem Taxi zu Zehntscheune.
Dort angekommen, mussten wir noch auf unsere Verwandten warten.
In dieser Zeit gingen manche noch einmal ihre Geschichte durch.
Als das Publikum komplett war, lasen wir nacheinander unsere
verfassten Geschichten vor.
Es war ein großer Erfolg.
Die Eltern von einigen Schreibzeitkindern nahmen die Kinder,
deren Eltern nicht kommen konnten im Auto mit zur Pizzeria, wo
wir zu Abend aßen.
Die Pizzeria wurde mit gemischen Gefühlen verlassen, denn
schon am nächsten Morgen würden wir Abschied voneinander
nehmen.
Doch das galt natürlich nicht für immer.
Aurelia
Donnerstag, 8. April 2004
"Aufstehen!!!", tönt es durch unser Zimmer.
Verschlafen klettern wir aus unseren Betten. Kein Wunder, dass
wir so müde sind, wir haben ja auch die halbe Nacht durchgefeiert.
Wir schlurfen hinunter zum Frühstück, das heute ausnahmsweise
schon vor sieben stattfindet. Eine halbe Stunde später steigen
wir in die Taxis und fahren zum Gelnhausener Bahnhof. Dort steigen
wir in den ersten Zug, einen Doppeldecker, der uns von Gelnhausen
nach Fulda bringen soll. Die Fahrt dauert nur eine knappe Stunde,
und es passiert nicht viel. Alex, Anna, Martin und Steffi diskutieren
über die Abendbetreuung bei den Schreibzeiten. Die Zeit
vergeht schnell, und wir kommen rasch in Fulda an. Dort steigen
wir um.
Der Zug, in dem wir nun sitzen, ist ein ICE, und wir reisen in
der 1.Klasse. Während wir dem Hörprogramm lauschen
(und laut und schief mitsingen) fährt der ICE weiter. In
Gedenken an unsere "frühen Jugendtage" grölen
wir begeistert die "Nils Holgersohn" Titelmusik (was
den anderen Fahrgästen wohl ziemlich auf die Nerven geht).
Anna und Martin verkriechen sich ins Bordrestaurant. Nach einiger
Zeit treffen wir in Nürnberg ein. Hier
müssen wir erneut umsteigen. Diesmal (in einem ÖBB-Zug,
1.Klasse) gibt es zu unserem Leidwesen kein Hörprogramm.
Na ja, dafür müssen sich wenigstens die anderen Zugreisenden
nicht ständig die Ohren zuhalten. Und außerdem haben
wir sowieso ein ganzes Abteil für uns allein. Wir finden
natürlich auch ohne Hörprogramm eine Art, Spaß
zu haben, indem wir eine eigene Musikband gründen. Und diese
"lieblichen Klänge" locken natürlich auch
andere Leute an. Ein Junge zum Beispiel blickt Andrea sehnsüchtig
an (vielleicht auch, weil sie mit dem Singen aufhören soll),
und wir kommen zu der Ansicht, dass wir ein - Zitat: Abteil voller
Schnattergänse - sind. Inzwischen beschäftigen sich
Andy und Alex mit dem Liebesleben alter Leute, Steffi knüpft
Freundschaftsbänder. Martin und Anna verschwinden im Speisewagen.
Ein Vater mit einem "kleinen" Kind mustert missbilligend
unser Abteil - SO wird er seine Kinder sicher nicht erziehen.
Auch Petra schreibt Tagebuch. Andy ist von "Leute bespitzeln"
auf "Blätter ankritzeln" umgestiegen. Alex "raucht"
einen dunkelgrünen Buntstift und bemerkt: "Mir san
wirkli' verruckt". Unterdessen lacht Lena über die
"defekte Kaffeemaschine". Andys Proviantsäckchen
schaukelt im Fahrtrhythmus, und Petra freut sich bereits auf
Österreich. Nun erreichen wir Regensburg, und es macht seinem
Namen alle Ehre: hier schüttet es wie aus Kübeln. Und
plötzlich werden wir ganz unvorbereitet Zeugen eines Naturphänomens:
Martin hat den Speisewagen verlassen und geht an unserem Abteil
vorbei. Leider stattet er uns keinen Besuch ab, und Anna scheint
das Bordrestaurant gar nicht verlassen zu wollen. Nein, jetzt
kommt sie doch raus und bringt uns etwas zu trinken. Während
wir es in unseren Mündern verschwinden lassen, spielen Lena,
Ronja und Petra UNO. Plötzlich fahren wir über eine
Brücke. Der Fluss darunter kommt uns doch bekannt vor! Richtig,
es ist
die Donau! "Österreich!!!", jubelt
das ganze Abteil laut. Wir feiern diese Ankunft mit Nüssen
und Maltesas. Die österreichische Atmosphäre hat natürlich
auch Auswirkung auf unsere Gehirne. Wir verklagen uns gegenseitig
wegen Schimpfwörtern und Zeichnungsverheimlichung und benehmen
uns wieder mal "total deppat". Während Angeklagte
und Klägerin wild streiten, versucht die Richterin Ordnung
zu schaffen. Der Staatsanwalt kommt kaum zu Wort, und der Geschworene
schreibt den Fall auf. Jetzt kommen wir in Linz an. Anna fährt
leider mit diesem Zug weiter nach Wien, und wir steigen aus.
Draußen verabschieden wir uns auch von Steffi. Merklich
geschrumpft düst die Gruppe jetzt durch die Unterführung
zum nächsten Zug, der uns nach Selztal bringen soll.
Wir
steigen ganz hinten ein und kämpfen uns nach vorne. Dabei
fällt uns auf, dass dies ein Zug ist, der nur aus 2.Klasse
Abteilen besteht. Erschöpft lassen wir uns auf unsere Sitze
fallen. Ronja kauft Lena einen dunkelroten Lippenstift ab, leider
hat sie keinen Spiegel, der ihr bei dem Versuch, sich zu schminken,
helfen kann. Lena singt gerade ein Lied, dass (sei uns nicht
böse Lena) ziemlich in den Ohren schmerzt. Ronja hält
sich diskret die Ohren zu. Andy hat eine wunderschöne Zeichnung
in den örtlichen Mistkübel geworfen. Wenn Blicke töten
könnten, hätte Ronja sie schon längst totgeblickt.
Lena lacht wieder einmal über etwas, was sie selbst nicht
versteht. Sie erzählt irgendwelche Geschichten, doch sie
sind anscheinend nicht sonderlich spannend. Alex schaut aus dem
Fenster, anstatt zuzuhören, Petra schläft mit offenen
Augen. Andy kann sich ein "Mit wem redest du eigentlich?"
nicht verkneifen. Jetzt beginnt Lena, in ihrer Tasche nach der
Geschichte "Damengespräche" zu wühlen. Andy
zeichnet schon wieder, diesmal ist es ein Pferd. Die Landschaft
verändert sich, alles wird hügeliger. Mit Freude bemerken
wir Schnee auf den Bergspitzen - endlich gibt es wieder Berge.
Lena ist schon wieder am Singen. Diesmal hat sie sich die Österreichische
Bundeshymne vorgeknöpft, und zwar mit einer grottenfalschen
Melodie. Martin telefoniert. Gerade entsteht ein neues Kunstwerk
Marke Andy: ein Lena-Porträt. Es sieht ihr zwar nicht sonderlich
ähnlich, das Gesicht eines Hausschweins, doch es wird trotzdem
lautstark bejubelt. Wir fahren in einen Tunnel, und jeder prüft,
ob sein Spiegelbild noch da ist (siehe Geschichte "im Tunnel",
von Andrea Grosser). Es ist eigentlich nichts Ungewöhnliches
zu sehen - oder hat Lenas Spiegelbild da gerade gezwinkert?!?
Wir fahren wieder aus dem Tunnel hinaus. Jetzt fotografieren
Andy und Ronja die Landschaft, und auch Petra und Lena bleiben
nicht verschont. Doch indem Lena ihr Gesicht verdeckt, oder die
Hand vor die Kamera hält, wenn Petra fotografiert werden
soll, macht sie es den beiden nicht besonders leicht. Alexandra
kämpft mit dem Schlaf, Petra hat die Augen (außer
auf den wenigen Fotos) geschlossen. Auch der Rest von uns sieht
nicht besonders wach aus, und die Hitze ist in diesem Zug noch
schlimmer als im vorigen. Lena unterdrückt ihre Müdigkeit
noch am besten, indem sie uns mit Geschichten über ihre
Noten auf Trab hält. Die Raumtemperatur macht uns allen
zu schaffen, auch wenn nur Petra und Ronja auf einem sonnigen
Fensterplatz sitzen. Alexandra beginnt nun auch zu reden, um
sich wach zu halten. Andy sitzt mit geschlossenen Augen auf ihrem
Platz, während wir aus dem inzwischen 5. Tunnel fahren.
Lena klagt über Wassermangel, Petra schließt endgültig
die Augen. Sehnsüchtig mustert Ronja die schneebedeckten
Berge. Ein bisschen Schnee täte uns jetzt auch gut
Lena zerrupft gelangweilt ihre Frisur, Martin blättert in
einer Zeitschrift. Hoffentlich ist es im nächsten Zug kühler!
Ronja wird dreimal angesprochen, bis sie endlich reagiert. Der
einzige Schattenspender sind die riesigen Berge. Einer ist so
groß, dass er die Sonne verdeckt. Ah! Wie schön! Wir
erreichen Tunnel Nummer sechs und freuen uns über die Abkühlung.
Auch den anderen Gästen scheint die Abkühlung zu gefallen.
Eine reisende Amerikanerin beginnt sich lautstark mit ihren Reisegefährten
zu unterhalten. Es klingt fröhlich. Jetzt fahren wir aus
dem Tunnel heraus, ins blendende Licht hinein. Die letzen geöffneten
Augen schließen sich hastig. Mit dem Licht ist auch die
sengende Hitze zurückgekehrt. Andy öffnet verschlafen
die Augen und setzt sich auf - bald müssen wir wieder umsteigen.
Der Zug erreicht das Selztal, und wir quetschen uns durch die
enge Tür nach draußen. Endlich raus aus der Hitze!
Unser
letzter Zug hat ein wenig Verspätung, und so kann die Gruppe
sich erst einmal abkühlen. Als der Zug ankommt, hat Petra
schon wieder eine Jacke an. Der Zug ist schattig und kühl
(Juhu!), und die meisten blicken sehnsüchtig aus dem Fenster.
Einzelne Dinge kommen uns schon bekannt vor, und die schneebedeckten
Berggipfel zeigen es: Wir sind wieder zu Hause. Leider sitzen
wir in diesem Zug getrennt, wir haben zwei Zweier- und zwei Einzelplätze.
Dadurch sinkt die Stimmung etwas. Lena und Petra, die sich noch
von der Hitze erholen müssen, blättern müde in
einer Zeitschrift. Ronja, Andy und Alex starren in der Gegend
umher, wobei Alex drei Fahrgäste auffallen, die auch in
einem unserer früheren Züge saßen. Da fängt
Ronja schon wieder an zu fotografieren, diesmal ist auch ein
Selbstportrait dabei. Martin trinkt Kaffee. Die Gespräche
von Petra und Lena sind jetzt im ganzen Wagon zu hören,
sie klingen glücklich, der hellblaue Himmel ist mit weißen
Schäfchenwolken übersäht, und Andys Blick wandert
immer wieder nach oben. Unsere nächste Station ist Leoben.
Andy, Alex und Ronja steigen hier aus. Die anderen fahren noch
ein Stück weiter, doch auch sie werden bald zu Hause sein,
und endlich wieder in ihren eigenen Betten schlafen. Und vielleicht
wird ein Traum uns zurückführen - zurück nach
Gelnhausen.
Alexandra, Andrea und Ronja
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