Katrin Bartl (13)
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Kriminalgeschichte
Mein Vorgesetzter ließ einen Großeinsatz vorbereiten. Den Supermarkt selbst wollte Inspector Clew allerdings nicht benachrichtigen. "Wir würden die Leute nur in Panik versetzen!", begründete der Beamte seine Entscheidung.
Den ganzen Tag über herrschte größte Aufregung unter den Polizisten, welche auch mich nicht verschonte. "Es ist mein erster Großeinsatz.", schoss es mir öfter durch den Kopf.
Schließlich hatte ich endlich den endlos lange scheinenden Nachmittag überstanden. Sanfte Sonnenstrahlen fielen auf meine Kaffeetasse. Ich erhob mich aus meinem Stuhl und schlenderte zum Fenster schräg gegenüber meines Schreibtisches. Ich blieb am Fenster stehen, bis die Sonne ganz hinter den zahlreichen Wolkenkratzern verschwunden war.
Langsam wurde der Tag zur Nacht, doch heute schien mir alles so angsteinflößend und fremd. Die Stadt, die ich vor meinen Augen sah, wirkte heute irgendwie bedrohend. Ich führte es auf meine innere Anspannung zurück und wartete ungeduldig auf den Augenblick, indem wir zu dem Supermarkt fahren würden. Um zirka zehn Uhr war es dann soweit. Inspector Clew rief uns zum Einsatz. Ich fuhr mit ein paar anderen Polizisten in einem großen Polizeiauto zum Geschäft.
Dort angekommen, stiegen wir aus den Autos und sahen uns um. Wir konnten schwaches Licht hinter einem der Fenster erkennen. Es herrschte unheimliche Stille um den Supermarkt "Supercity". Kein einziger Laut war zu vernehmen. Ungeduldig stieg ich von einem Bein auf das andere. Nichts. Doch plötzlich hörten wir einen ohrenbetäubenden Schrei aus dem Geschäft. Er wurde von aufgeregten Stimmen gefolgt, aber ich konnte kein Wort verstehen. Inspector Clew flüsterte kaum hörbar in die Nacht:" Es geht los, Leute! Seid vorsichtig!"
Wir schlichen auf das Geschäft zu. Zuerst versuchten wir, die Eingangstür zu öffnen. Diese war jedoch fest verschlossen, und weil das Öffnen nur unnötigen Lärm verursacht hätte, suchten wir nach einer Art Hintertür. Wie eine hungrige Meute Wölfe oder dergleichen, bewegten wir uns im Schatten des Mondes um das Gebäude. Ich zuckte erschrocken zusammen, als meine zitternde Hand über einen kühlen Türgriff glitt. Mit einer Handbewegung deutete ich meinen Kameraden, dass ich die Tür gefunden hatte. Sie waren sofort zur Stelle. Wie durch ein Wunder war sie nicht abgesperrt, und wir konnten unbemerkt in das Gebäude eindringen. Vermutlich hatte auch die Bande diesen Eingang bevorzugt.
Wir befanden uns nun in der Lagerhalle des Supermarktes "Supercity". Die Stimmen von vorhin hörten wir immer noch. Sie hatten etwas Gespenstisches an sich, etwas, das mir Angst machte. Ich fasste nach meiner Pistole. Wir folgten den Stimmen. Es kam plötzlicher, als wir dachten. Inspector Clew blieb ruckartig stehen, und wir stießen beinahe zusammen. Vor uns war die Tür, welche uns in den Verkaufsteil des Geschäftes führen würde. Dahinter die Stimmen. Eigenartige Geräusche konnten wir ebenfalls vernehmen. Doch halt sie waren gar nicht so eigenartig! Es musste Geld sein. Geld, das eine Person einer anderen gab.
Dann hörten wir die Stimme des Geschäftsführers: "Das ist alles. Mehr hab ich nicht."
" Sicher hast du mehr! Rück die Kohle raus, sonst erschieß ich dich!"
Inspector Clew warf uns einen vielsagenden Blick zu. Wir zückten unsere Pistolen, und er stieß die Tür auf.
Die fünf Leute der Bande ließen erschrocken ihre Waffen fallen.
"Hände hoch!", befahl der Inspector. Mir zitterten die Knie.
Die Bande erkannte, dass es keinen Sinn hatte, sich zu widersetzten und hob die Hände. Der Geschäftsführer, ein alter, schwacher Mann, warf uns einen dankbaren Blick zu.
Wir führten die Bande in unseren Autos zum Polizeirevier und brachten sie sogleich hinter Schloss und Riegel. Der Geschäftsführer bekam das gestohlene Geld zurück und wir rieten ihm, sich eine sichere Alarmanlage zuzulegen.