Ursula S. (16)

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Fisch liebt Vogel

Ich dümple im Dunklen, im Tiefen,
glupsche mit glasigem Blick.
Kein Laut entkommt meinen Lippen –
wer weiß, vielleicht ist das ein Glück.

Er hebt sich in helllichte Höhen,
wo er lebt ist Licht ... Luft und Licht.
Das alles bekomm ich hier unten
natürlich nie zu Gesicht.
(Wozu auch? Mit Kiemen und Glupschern,
braucht man sowas ja nicht.)

Was weiß ich von Wind und von Wetter?
Um mich ist nur reglose Ruh.
Es wüten im Sturm zwar die Wellen,
mich aber decken sie zu.

Mein Schwarm ist ein Spielball der Stürme.
Er schlägt sich durch ganz allein.
Ja, den Gewalten zu trotzen
scheint ihm ein Vergnügen zu sein.

Und ebenso unergründlich
wie Himmel und Ozean
ist mir allein schon der Umstand,
dass ich ihn leiden kann.
Und mehr noch: Ich wünsche mir Flügel.
Flügel! Man stell sich das vor!
Es scheint, dass ich durch die Verehrung
für ihn den Verstand verlor.
Natürlich, diese Erkenntnis
macht mich alles andre als froh.
Was kann ich dagegen schon machen?
Es ist eben einfach so.

Sein Himmel kennt keine Grenzen.
Mich fesselt mein Element.
Beneidenswert jeder Naivling,
der das nicht hinderlich nennt.

Er weiß nicht, dass da unten
etwas lebt, das ihn liebt.
Tja, irgendwie ist das auch logisch –
weiß er denn, dass es mich gibt?