Manuela Machner

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Ballade

Die Uhr schlägt die Stunde ein
Was wird denn gleich geschehn
Werden wir denn Zeugen sein
und diesen Geist jetzt sehn?

Er soll doch wandeln jedes Jahr
immer zur gleichen Stund
in einer Nacht von Wolken klar
Da dreht er seine Rund

Die Sag erzählt von einem Held
der weder Lieb noch Mitleid kannte
durch dessen Hand so mancher fällt
und manch feindlich Lager brannte.

Dieser Mann vor Haß so blind
erstach in jener klaren Nacht
sein eigen Blut - sein eigen Kind
weil es über sein Schwert gelacht.

Da fühlte er den starken Schmerz
es schien ihn zu zerreissen
sein kaltes und erstarrtes Herz
So starb er auf zwei Weisen

Als er sah, was er verbrochen
konnt er nicht weiter leben
Da hatte er sich selbst erstochen
die Erd begann zu beben

Als verschlinge sie ihn am Ort
doch so gut wollt sie nicht sein
Seine Leiche brachte man weit fort
Begraben, vergessen und allein

Seit dieser Zeit da wandelt er
in seinen alten Mauern
Wir fragen uns "Wie kann denn wer
den Geist denn nur bedauern?"

Bedauern können wir das Kind
mußt sein Leben geben
verloren all die Jahre sind
für ein glücklich Leben

So sucht er heut noch Jahr für Jahr
Jemanden der ihm doch vergibt
der ihn in dieser Nacht so klar
verzeihend die Erlösung gibt.

Mancher Tag gleicht der dunkeln Nacht
Mond und Sterne sind längst verblaßt
Die Sonne schon am Himmel wacht
doch die Träume trägst du als Last

Deshalb fühlst Du Dich umgeben
von Finsterniss und Dunkelheit
Eingehüllt scheint so Dein Leben
Die Hoffnung leuchtet schrecklich weit

Mach Dich los von den Gedanken
Spür doch die Sonne im Gesicht
Durchbrich Angst und ihre Schranken
und durch die Wolken bricht das Licht.