Susanne (17)
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Apfelbaum
Wenn man durch eine der großen Schiebetüren, die sowohl vom Schlafzimmer meiner Eltern, als auch von meinem Zimmer in den Garten führen, nach draußen geht, fällt einem wohl als erstes unser Apfelbaum auf.
Jetzt, Ende Juni, sah man schon überall die Äpfel hervorspitzeln. Klein und grün waren sie noch.
Manche Zweige waren mit rotem Bast markiert. An diesen Zweigen hingen die Äpfel, die gerade zu einem Kunstwerk heranreiften: Sie hatten alle ein mit Tesa festgemachtes Papierherz aufgeklebt. Und wenn die Äpfel reif waren, konnte man die Papierherzen und den Tesa abmachen und hatte einen schönen Apfel. Mit Herzmuster.
Viel Glück musste man dabei haben, denn die meisten Äpfel auch die beklebten fielen oft schon früh vom Baum, weil sie faul waren. Dann konnten die Vögel sie noch als Nahrung verwenden.
Unser Apfelbaum ist schon alt. Seit weit über 20 Jahren muss er da schon stehen. Denn er stand schon da, als unser Haus gebaut wurde. Und das ist nun schon fast 25 Jahre her.
Früher was heißt früher bis vor zwei Jahren hatten wir auch einen Birnbaum. Aber der ist jetzt weg.
Auch der Apfelbaum ist nicht mehr ganz gesund. Immer mehr Äpfel sind faul, und immer mehr Äste werden schwach.
Manche schauen weg. Tun nichts.
Ich sehe, registriere, akzeptiere, was geschieht: Es ist normal.