Bernhard M. Sihler

E-Mail: b.sihler@gmx.at

 

Ein Leidensweg

 

1

deine Nähe sehend, spüre ich sie nicht

stundenlang, trennen mich Zentimeter

eine Brücke bauend, der Versuch

zu kommunizieren

sehend, ist mir zu wenig

will spüren, hören, streicheln

abwendend, widmest du dich anderem

reißt Gräben auf

bewundernd sehe ich dich, wie immer

dein wunderbares Haar

Hoffnung entstehend, genieße ich dein Lachen

du hast mir zugehört

ein Anfang, oder ?

 

 

2

deine Nähe sehend, spüre ich sie nicht

meine Schuld

Jetzt dort sitzend, lebst du dein Leben

ohne mich

schweigend, beobachte ich

deine Bewegungen, den Klang der Stimme, die mich durchströmt

den Kopf senkend, verstecke ich mich

lausche

unfähig zu sprechen,bin ich

könnte das Falsche sein

fragend nach dem richtigen,verlasse ich dich

vielleicht morgen !

 

 

3

deine Nähe sehend, spüre ich sie nicht

wie gewöhnlich

überraschend, kommst du auf mich zu

sprichst mich an

den Inhalt deiner Worte überhörend, staune ich

aufgeregt, der Versuch zu reagieren

verneinend ist die Antwort

leider

enttäuschend, für dich und mich

was habe ich nur gesagt

die harte Wahrheit !

 

 

4

deine Nähe sehend, spüre ich sie nicht

wenn du nur wüßtest

ernüchternd überlege ich,sovieles anders an mir

sovieles unverständlich

scheinend, perfekt bist du

ich bin es nicht

tröstend bewundere ich dich

wie schön es wäre, dich zu berühren

abwendend, weiche ich deinen Blicken aus

könntest Verdacht schöpfen

mich nicht verstehen

oder vielleicht doch ?

 

 

 

 

 

by B.M.Sihler 27.01.2000