Kritik zum Text "Türen sich öffnend, sich schließend"
(Auszug)
Die Textbesprechung fand während des Werkstatt-Treffens am 22. September 2000 in Graz statt.
Steffi:
Für mich ist es relativ schwer, dazu etwas zu sagen, weil ich diese Art von Texten nicht mag. Ich will nicht sagen, der Text ist schlecht geschrieben. Aber er wirkt irgendwie oberflächlich nach Ritter-, Räuber-, Drachengeschichte und so Ich kann nichts über den Text sagen.
Christine:
Mich spricht der Text nicht an. Vielleicht passiert noch Großartiges im Hauptteil, den wir übersprungen haben beim Lesen. Für Leute, die sich für so etwas interessieren, ist er sicher super.
Sonja:
Ja, die Geschichte hat den Nachteil, daß sie mich nicht interessiert, vom Thema her, mit Kerker, Drachen und so.
Steffi:
Obwohl sie gar nicht so schlecht anfängt.
Sonja:
Stimmt. Mit der Tür. Es sind gute Beschreibungen drinnen, und es gefällt mir auch, daß der Autor sich selber einbringt, Dinge beurteilt auch wenn es teilweise überzogen ist. Die Kerkerbeschreibung am Anfang finde ich gut. Aber dann werden so komische Namen verwendet man merkt schon, es geht um irgendeine alte Liebe, die er verloren hat also, mir gefällt er nicht so gut.
Martin:
Ich hab mir auch schwergetan mit dem Text. Auch, weil wir nicht
den ganzen Text drangenommen haben das würde auch
den Rahmen sprengen, denn imerhin sind es 8 Seiten. Die Zellenbeschreibung
war sehr genau, das hat man sich auch sehr gut vorstellen können.
Wenngleich sie für mich doch in einem Mißverhältnis
steht zu dem, was danach kommt, was soweit ich zumindest
es mitbekommen habe doch recht kurz abgehandelt wird. Es
taucht auch diese Person, der Moribald, sehr plötzlich auf.
Der müßte einfach auch geschickter eingeführt
werden, denn am Anfang ist von ihm überhaupt nicht die Rede
bzw. ist er nur "der Hähtling", dann fällt
auf einmal der Name, als ob man ihn schon kennen müßte.
Einerseits ist es ganz witzig, mit diesen die Bemerkungen des
Autors/der Autorin, die ein bißchen aus der irnischen Perspektive
sind, andererseits sind dann wieder manche Situationen aus einer
so großen Distanz geschrieben, daß ich mich mit dieser
Person überhaupt nicht identifizieren kann, weil ich als
Leser zu weit weg bin von ihr. Auch das mit dem Drachen-Schmäh
habe ich nicht ganz verstanden, da ist es mir zu schnell gegangen.
Ich glaube, da wäre noch vieles an Arbeit notwendig.