Kritik zum Text "Urlaub in Österreich" von Theresia Töglhofer
(Auszug)
Die Textbesprechung fand während der Werkstattwoche "Grenzen los schreiben" in Brixen (1. bis 7. 9. 1999) statt.
Ich finde die Geschichte gut, ganz witzig, auch wenn es schon viele zu diesem Thema gibt. Das Ende "Sag nö zu Ö" würde ich lassen.
Sarah
Ich habe die Geschichte auch sehr witzig gefunden. Was ich unlogisch finde: Er bricht sich den Fuß, hat wahnsinnige Schmerzen, und dann überlegt er aber, ob er noch weitergehen soll. "Der Hunger nagt an ihm" hat mir gefallen.
Sabine
Die Geschichte ist sehr erfrischend. Aber: Ob etwas ein Kuhfladen, ein Felsbrocken oder eine Wurzel ist, merkt man doch. Ein oft gebrauchtes Thema, aber auf eine sehr eigene Art angegangen.
Dagmar
Sehr nett, erfrischend. Farbenreiche, schöne Beschreibungen. "Alpenluft reinzuziehen" kommt mir allerdings etwas zu umgangssprachlich vor. Sonst war es sprachlich sehr gut.
Marlene
Eine lustige Geschichte, erfrischend, am Beginn auch relativ straff. Auch die Rahmung "Sag ja zu A" "Sag nö zu Ö" gefällt mir. Ich weiß nicht, obs die Gerichtsverhandlung braucht. Aber es ist ohnehin eine übertrieben Geschichte, warum soll man es am Ende nicht richtig übertrieben. Aber insgesamt hat es Längen gehabt, da wäre ich wählerischer gewesen, in einzelnen Szenen. Es hängt noch an ein paar Kleinigkeiten: "Drauf und dran sein" ist eigentlich, wenn man die Absicht hat "Gekleidet und gestylt" würde ein Heinz nie sagen, sondern eher der Sepp junior "Alpenflair pur reinziehen" "der Stier himself" ... Ich würde sagen: die Gags besser auswählen und feiner arbeiten.
Johannes
Ich glaube, daß diese Geschichte noch etwas konzentrierter werden sollte, die Idee ist nämlich gut und gibt sehr viel her. Stilistisch ist sie schön gemacht, sehr erfrischend abgesehen von den Stellen, wo die Sprache versucht, besonders megacool zu sein, was merkwürdig wirkt. Die Schlußsituation am Berg ist vielleicht noch etwas zu undramatisch bzw. zu undramatisch beschrieben, vor allem in Hinblick auf die darauf folgende Gerichtsverhandlung. Das Ende des Abenteuers scheint so versöhnlich, daß die angehängte Gerichtsszene wie ein Bruch wirkt.
Martin
Sie geht ziemlich gut an das Thema ran es ist manschmal wirklich lächerlich, wie sich Touristen aufführen. An manchen Stellen hat sie sich allerdings zu sehr an die "Piefke-Saga" angelehnt. Der Hunger nagt allerdings nicht an sondern in ihm, glaube ich. Das Ende mit dem "nö zu Ö" hat mir gefallen. Die Gerichtsverhandlung habe ich eher überflüssig gefunden. Oder sie hätte näher beschreiben sollen, aber vielleicht wäre es dann zu lang geworden.
Claudia
Was ich richtig gut gefunden habe, waren die Namen wie Oberalmendorf. Ansonsten finde ich es zu lang, besonders die Bergwanderung. Schmeckte zu gut, um wahr zu sein: Vielleicht besser: Schmeckte fast zu gut um wahr zu sein. Warum er am Schluß so schwärmerisch wird über den Ort, das habe ich nicht ganz verstanden. Eigentlich ist es ein Stilbruch, wenn man mitten in einer Satire zu schwärmen anfängt. Das Gerichtsverfahren würde ich auch eher weglassen. Dafür hat er sich einfach zuwenig aufgeregt.
Elisabeth
Sprachlich finde ich es sehr gut, auch den Rahmen. Aber dazwischen zieht es sich manchmal, etwa an der Stelle, wo es heißt, daß er normalerweise nicht mit der Gondel fahren würde, aber jetzt schon ...
Christine
An sich fand ich die Geschichte sehr nett, weil das Thema sehr gut behandelt wurde. Aber über ein paar Dinge bin ich gestolpert: "Er überlegte sich irgendeine Sache" ob er eine Reise plant, ob er sich Knödel kochen will? Dann folgte die lange Beschreibung mit dem Chef und dann war er plötzlich mitten auf der Reise, dann fielen schrecklich viele Ortsnamen, die ich überflüssig fand, weil keiner von uns weiß, wo diese Orte liegen, außer Innsbruck. Die Reise wird auch viel zu lang beschrieben. Das Wort "keuchen" wird bei der Bergbesteigung schrecklich oft verwendet. Oder: Woher soll Heinz wissen, daß der Stier preisgekrönt ist? Wie kam Heinz am Gipfel plötzlich zu Milchreis? Manche Szenen waren für mich zu übertrieben und überflüssig.
Romana