Kritik zum Text "Apfelbaum" von Susanne
(Auszug)
Die Textbesprechung fand während des Werkstatt-Treffens am 22. September 2000 in Graz statt.
Steffi:
Was mir positiv auffällt: Der letzte Satz gefällt mir irrsinnig gut: "Ich sehe, registriere, akzeptiere, was geschieht: Es ist normal." Auch die Idee mit den Herzen auf den Äpfeln ist ganz nett. Aber es ist irgendwie nichts daraus gemacht. Es fehlt irgendwas an dem Text.
Christine:
Mir hat er persönlich nicht so gefallen. Ich denke, die Idee, die sie gehabt hat, kann man sicher noch ausbauen.
Sonja:
Was für mich fehlt, ist irgendeine Handlung und ein Höhepunkt. Es sind ein paar Beschreibungen drinnen, die aber nicht sehr schön ausgefeilt sind, kommt mir vor. Und auch sprachlich ist mir nichts Besonderes aufgefallen, bis auf das Ende: "Ich sehe, registriere, akzeptiere, was geschieht: Es ist normal." Das gefällt mir auch gut. Das hat irgendwie Stil. Aber der Rest plätschert so dahin, kommt mir vor.
Steffi:
Man versteht nicht wirklich, was sie damit meint. Die Idee bleibt irgendwie total verschwommen.
Christine:
Vielleicht sollte sie einen anderen Titel nehmen.
Martin:
Naja, der Titel der hat schon was. Ist irgendwie unverfänglich, einfach. Man weiß erst einmal nicht genau, was sie sagen will. Ich finde das nicht so schlecht. Aber am Schluß, der Satz: "Es ist normal." klingt zwar irgendwie witzig aber ich kriege da den Bogen nicht hin, zu diesem einen Satz. Der hängt für mich einfach in der Luft. Es sind einige schöne Beschreibungen, die mit den beklebten Äpfeln z.B., auch ein bißchen detailliert; manches ist weniger detailliert, manches überdetailliert, z.B. das mit den 20 und 25 Jahren, das tut eigentlich nichts zur Sache, das könnte man auch weglassen, wenn es weiter keine Bedeutung hat, daß der Baum schon lange steht weil eigentlich wird daraus weiter auch nichts gemacht. Es sind Ideen angerissen, aber nicht wirklich bis zum Ende geführt, was ich einfach schade finde. Und das "hervorspitzeln" ich weiß ja nicht, vielleicht ist das eine regionale Besonderheit, es klingt irgendwie witzig, aber ist eigentlich kein hochdeutscher Begriff, was an der Stelle komisch wirkt.