Hallo ihr!

Erstmal danke für eure Kritik. Ich schicke euch mit dieser Mail die
Neufassung des Textes, die allerdings vor eurer Kritik entstanden
ist. Ich dachte aber, es könnte vielleicht trotzdem interessant sein.

Noch ein paar Worte zu euren Gedanken:
"Obwohl ich teilweise das Gefühl habe, daß sie mit Ausdrücken
herumwirft, über die sie sich nicht sehr viele Gedanken gemacht
hat." (Anselm)
Der Vorwurf hat mich dann doch ein wenig erstaunt. Mich würde
sehr interessieren, was dieses Gefühl erzeugt hat. Ich kann
jedenfalls von mir behaupten, daß ich sehr wohl über alle
Ausdrücke, die ich verwende, genau nachdenke. Es wäre mir sonst
vollkommen unmöglich, die Stimmung zu erzeugen, die ich einem
Text geben möchte.
Gerade diese Stimmung entsteht für mich übrigens auch durch die
sogenannten "großen Wörter".

Was die Veränderung betrifft, die Anselm als "nur so dahingesagt"
einstufte, und mit der Martin nichts anfangen konnte: es ist
keinesfalls so, daß ich einfach nach einem Wort gesucht habe und
mir nichts besseres als Veränderung einfiel. Veränderung drückt für
mich alles aus, was für diesen Menschen zuviel wurde. Es ist das,
was auch im Text selbst steht: der "Kreislauf des Lebens". Daß es
immer weitergeht. Daß niemand da ist, der wartet, wenn man nicht
mehr hinterherkommt. Wenn man am liebsten auch mal
stehenbleiben möchte, um zu schauen, zu begreifen oder zu
verarbeiten. Ich habe den Begriff absichtlich so gewählt, weil er
eben so viel beinhaltet und der Leser selbst ja auch noch deuten
und denken können soll.

" 'Nur noch das Ticken meiner Armbanduhr verbindet mich' -
womit? Verbindet mich mit der Welt - das hätte ich sehr schön
gefunden." (Elisabeth)
Ich will dem Leser doch aber nicht alles püriert in den Mund legen!
Er soll doch selbst kauen und verdauen...er ist doch durchaus in
der Lage, selbst zu kombinieren, meine ich.

"Das 'verbindet mich' ist grammatikalisch nicht richtig." (Martin)
Warum?

Dann der Streitpunkt "Prosa oder Gedicht". Ich finde es eigentlich
bedauerlich, daß alles in dieser Welt definiert werden muß. Ich
schreibe grundsätzlich nicht in Schubladen, ich schreibe in
Stimmungen hinein.

Ihr habt schon recht, so eine Kritik ist nie ganz einfach, wenn der
"Urheber" nicht dabei ist. Deswegen wollte ich nur noch einmal
meinen "Senf" dazugeben. Ich konnte es einfach nicht lassen ;-)

Danke nochmal!
Anja