Kritik zu den Gedichten von Lisa Koppenberger
Die Textbesprechung fand während der Sommerschreibzeit
2006 statt.
Anton:
"Gähnende Leere" ist ein altes Klischee.
Irina:
Du schreibst zu viel über "nichts". Warum schreibst
du zuerst von "nicht beachtet" und dann von "geachtet"?
Dir ist es offensichtlich wichtig, gut klingende Wörter zu
verbinden. Das ist gut, aber man kann's bei dir nicht fühlen.
Die fünfte Strophe ist vom Sinn her verwirrend: Erst "lautlos
vorbeilaufen" und dann "verschwindet der Boden".
Marion:
Was hat der Boden in Strophe fünf mit den Gestalten zu tun?
Für mich klingt es, als hättest du dich nicht wirklich
mit den Gedichten beschäftigt, sondern einfach die Wörter
hingeschmissen.
Til:
Du arbeitest mit penetranter Wortwiederholung - ständig dieses
"Nichts".
Es ist unlyrisch, mit Begriffen wie "Verzweiflung" und
"Hilflosigkeit" herumzuwerfen, dabei (und in diesem
Gedicht generell) entstehen keine Bilder.
Es ist zu abstrakt.
Der Inhalt ist berechtigt, aber sprachlich schlecht umgesetzt.
Du hast ein paar gute Ideen, aber der Leser wird damit zugeschmissen.
Wenn sie fünfmal hintereinander kommen, ist das einfach blöd.
Zu den anderen Gedichten:
Til:
Das Gedicht "I want freedom" hat eine gute Grundidee,
aber es ist unangenehm, sechs Mal "I want" lesen zu
müssen. Teils sind die Gedichte sehr banal, zum Beispiel
"emptiness". Die Blockbuchstaben sind blöd.
Anton:
"I feel like a bungler" - Was in diesem Gedicht steht,
ist zu wenig, um ein Gedicht zu sein. In vielen deiner Gedichte
stecken Klischees.
Marion:
Die Gedichte sind untereinander sehr ähnlich. Nimm mal ein
anderes Thema!