Kritik zum Gedicht „Mein Leben“ von Irmina Watzer

Die Besprechung fand während der Schreibzeit Hard 2006 statt.

 

Laura:

Die erste und letzte Strophe finde ich schön und stimmig, allerdings tu ich mir bei den anderen beiden ein wenig schwer. Vor allem bei der 2. Strophe: Ein Fels in der Brandung steht für Halt, Kraft und Schutz, und Felsen können nicht einfach so zerspringen, genauso wie das Holz in der 3. Strophe eigentlich gar nicht fühlen kann. Dass am Ende doch noch Land in Sicht ist, finde ich schön, da es gut zum Gedicht passt.

 

Alexandra:

Ich finde das Gedicht schön. Besonders die erste und letzte Strophe. Auch die Idee, dass die letzte Strophe ein wenig abgewandelt ist. Bei der 2. und 3. Strophe habe ich ein Problem, mir die Bilder vorzustellen. Ein Fels in einer Brandung zerbricht eher nicht, und das Holz, das fühlt, ist auch sehr unlogisch. Die 3. Strophe passt zusätzlich nicht so gut ins Gedicht, da du vom Meer zum Lagerfeuer wechselst. Gefallen hat mir aber die Wiederholung des Beginns mit „Mein Leben“ sehr gut.

 

Elisabeth:

Mir geht es da sehr ähnlich. An der ersten und letzten Strophe ist fast nichts zu machen, die dazwischen sind ein Problem. Der Fels ist schon genannt worden, das steht einfach nicht für Verletzlichkeit, Unbeständigkeit, Untergehen oder ähnliches. Das Holz, das fühlt, ist für mich auch insofern problematisch, da es das erste und letzte Mal ist, dass in dem Gedicht auf Gefühle eingegangen wird. Das Gedicht kommt sonst eigentlich sehr gut ohne Gefühle aus, und deshalb finde ich es hier auch unnötig und unpassend. Zu überlegen wäre vielleicht, Bilder zu verwenden, die aus dem selben Themenkreis (Meer, Seefahrt, Wetter) stammen und eine gewisse Steigerung bilden, in der Fragilität, in der Vergänglichkeit oder was sonst ausgedrückt werden soll. Dann ist die letzte Strophe noch schöner in ihrem Kontrast.