Antwort von Fabian Wahl

Liebes Netzwerkstatt Team,

ich habe eure Kritik zu meinem Text sehr eingehend studiert und habe sie zu Anlass genommen, einige Änderungen vor zu nehmen. Und finde auch nicht, dass sie zu hart ausfiel.
So habe ich zum Beispiel:
- den letzten Satz des Textes gestrichen
- das Wort Glück, sowie das Wort Existenz durch das Wort Dasein ersetzt.
- Einige der im Nominalstil geschriebenen Sätze mit Verben umgeschrieben.
(Der Nominalstil ist ein generelles Stilproblem von mit gewesen, zu jener Zeit als ich den Text verfasst habe, ich habe das aber zwischenzeitlich behoben)
- die unterschiedlichen Zeiten vereinheitlicht und den text nun in der Gegenwart geschrieben
- Ich habe die wirklich etwas verwirrende Beschreibung der Dunkelheit und die missverständliche Kapsel herausgestrichen und durch Riesenrad ersetzt
(Denn tatsächlich ist es so, dass die Kanzeln, in den Riesenrädern die ich kenne keineswegs geschlossen, sondern offen sind, man also durchaus Geräusche wahrnehmen kann.
- die "überdrehte Welt" wurde gestrichen.
Auch die -reichliche- Kritik in Sachen "Übertreibung" halte ich zumindest zum Großteil für gerechtfertigt und auch diesbezüglich werde ihc versuchen weiter an mit zu arbeiten.


Einige der Kritikpunkte, kann ich so nicht nachvollziehen:

- So kritisiert ihr z.B: "Insgesamt würde ich sagen, es ist ein guter Ansatz, mir war es ein bisschen zu bewertend, um ein reiner Beschreibungstext zu sein, oder ein reiner Beschreibungstext hätte mir für dieses Thema besser gefallen..." .
Dazu muss ich sagen, dass dies zum großen Teil meine Schuld ist, da ihr nicht wissen könnt, dass dieser Text keinewegs nur als reiner Beobachtungstext gedacht war, sondern ein Text im Rahmen der Bearbeitung des Buches Arnes Nachlass von Sigfried Lenz war, mit der Aufgabenstellung, sich in die Situation von Arne hinein zu denken, seine möglichen Gedanken, Empfindungen und gefühle darzustellen. Dies also sehr wohl ein wertender Text sein soll. Aber wie gesagt, das konntet ihr nicht wissen. dennoch ist es so.
- Desweiteren schreibt ihr: "...einmal ist aber das Kettenkarussell die Riesenkrake, das geht eigentlich nicht, wenn das wirklich von ganz weit weg ist, kann das eigentlich keine Riesenkrake mehr sein, sondern eher fast nur eine Spinne oder so etwas Kleineres eben."
Dieser Einwand kommt mir nun doch spanisch vor. Eine runde pinkfarbenen Spinne mit 15 Armen? Ich glaube nicht, dass dies der Realität entspräche, dazu braucht man dann doch recht viel Fantasie. Im Übrigen: Dieses Riesenrad das ich meine, ist vielleicht 20m hoch, also nicht besonders groß. (Ich weiß es gibt größere, aber der Normalfall ist das nicht. Man ist also noch nicht soweit entfernt, als dass man, das Karusell nur noch aus großer Entfernung also "klein" warhnimmt. Was den in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnten "galaktischen Sternhaufen" angeht, so mag dieses Symbol vielleicht nicht glücklich gewählt sein, aber nur weil etwas aus der ferne betrachtet wird, heisst das nicht, dass es klein sein muss oder nicht einfach Ähnlichkeiten mit etwas hat. Ich habe diesen Text vor der gesamten Klasse vorgelesen, meinem Verwandten und Bekanntenkreis und alle waren sie der Meinung, inklusive zweier Deutschlehrer, dass die Symbole der Riesenkrake und des Sternhaufens gut gewählt und durchaus nachvollziehbar seien.
- "... und dann eben auch diese Formulierung „Irrlichter, Lichterketten, Lämpchen“, also dreimal diese Leuchtkörper hintereinander ist mir dann doch vielleicht ein bisschen zuviel Licht in einer einzigen Formulierung dabei."
Dieser Effekt ist beabsichtigt, es soll ja gerade deutlich werden, dass auf dem Rummel ebne ein bisschen zu viel Licht, ein bisschen zuviel Spass ist, das alles komplett übertrieben und überladen ist, nur deswegen habe ich diese Aussage so formuliert, schließlich soll der text dem leser genau das klar machen.

Bis auf diese wenigen Punkte jedoch, halte ich die Kritik für sehr fair und nützlich und bedanke mich ausdrücklich bei euch, vielleicht werde ich auf euere Netzwerkstatt nocheinmal zurückkommen.