Alexandra Weinberger (11)

Sommer am Meer

Mein größter Traum hat sich erfüllt. Wir fuhren im Sommer ans Meer. Das Meer war schön. Ein Hotel und einige Märkte standen daneben. Ein Markt hatte Lose. Wir besorgten uns welche. Mutter ging leer aus. Vater gewann eine Tüte Eis, und ich durfte mit dem U-Boot fahren. Als ich davon erfuhr, lief ich sofort zum Hafen und stieg in ein U-Boot, das auch bald untertauchte. Ich war aufgeregt. Mein erstes Mal unter dem Meer.

Dort war es wunderschön. Fische schwammen vorüber, einige waren bunt. Manche leuchteten sogar. Am Meeresgrund waren Algen und Meerpflanzen, von denen ich nie etwas gehört hatte. Zwischen diesen Pflanzen blieb das U-Boot stehen. Ich drückte mein Gesicht gegen die Fensterscheibe, so fest, dass meine Nase schmerzte. Die Fische schwammen seelenruhig umher. Sie schienen keine Angst vor dem U-Boot zu haben. Ich wunderte mich. Im Film war es nie so still gewesen. Da kam immer ein Hai und fraß die Fische. Als ich an den Hai dachte, bekam ich Angst.

»Gibt es hier Haie, die uns fressen wollen, oder so?« stotterte ich.

»Aber nicht doch, wir sind sicher«, lachte der Lenker.

»Dann gibt es vielleicht Wale, die mit ihren Flossen das U-Boot umschmeißen?« fragte ich voll Angst.

Genervt antwortete der Lenker: »Nein, aber wenn es dich beruhigt, fahren wir zurück.«

»Jaja, bitte!« rief ich. Wir fuhren zurück zum Hafen.

Einige Tage später bereute ich, dass ich nicht unten geblieben war. Es gab in diesem Meer keine gefährlichen Tiere. Ich kaufte noch zwanzig Lose, denn ich wollte meine Wange wieder gegen die Scheibe drücken. Aber das Ergebnis waren vierzehn Tüten Eis.

Da ging ich zu meiner Mutter ins Hotel.

Sofort fragte Mutter: »Wie war’s?«

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Die wahre Geschichte wollte ich ihr nicht erzählen. Wenn sie das wüsste, bekäme ich sicher Fernsehverbot. Mama würde denken, dass ich wegen der Haifilme Angst hätte. Es war ja auch so. Da fiel mir etwas ein, und ich erzählte: »Spannend, ein Wal hat das U-Boot umgeschubst, und ein Hai hat mich gefressen.«