Tamara Czmiel (9)

Ein Pferd und Reitstunden

Wie jeden Freitag zog ich meine Reithose und meine Reitstiefel an. Dann setzte ich mich ins Auto und freute mich auf den Reiterhof. Als ich dann endlich dort war, rannte ich gleich zur Pinnwand und schaute, welches Pferd ich habe. CHIOCO stand auf dem Zettel.

»Chioco vierundneunzig«, wiederholte ich leise und freute mich sehr auf diese Reitstunde. Ich ging ihn satteln und aufzäumen. Dann führte ich ihn in die Reitbahn und stieg auf.Ich ritt los. Er ging wie immer im schnellen Schritt.

Eigentlich hatte ich es nicht anders erwartet. Er war nämlich das schnellste Pferd des ganzen Reitstalls, und der hat immerhin über 60 Pferde.

Ich fand diese ganze Reitstunde langweilig: immer nur Trab und Schritt, und »Halt«.

Ich wartete auf das wundervolle Wort »Galopp«, doch irgendwie kam es nicht.

Endlich sagte die Reitlehrerin: »Jessica und Tyra, an die Wand. Die anderen gehen bitte auf den zweiten Hufschlag!«

Jessy galoppierte an, und naja, genau habe ich nicht mitgezählt, aber so fünf, sechs Runden ist Jessy sicher galoppiert.

Jetzt sagte Frau Stuckl: »Chioco und Tammy, an die Wand!«

Ich ging hinaus, und er galoppierte so schnell wie nur möglich.

Ich brauchte nicht halb so lang wie Jessy, bin allerdings zehn Runden galoppiert.

»Super«, sagte Frau Stuckl.

Stolz ging ich in die Mitte, stieg ab und führte Chioco in seine Box.

Fipsi Weizenkorn, die MausEs gab einmal eine Maus und einen Mäuserich, die hatten ein kleines Mäusekind, das hieß Fipsi Weizenkorn.Eines Tages wollte die Mäusefamilie umziehen, denn das alte Haus war nicht mehr dicht. Wenn es regnete, kam das ganze Wasser herein.

Ein Maulwurf wollte ihnen ein neues Haus zeigen: Es war ein großer Holzschuh.

Also ging die Familie zu der großen Wiese, auf der sie wohnen sollte. Der Maulwurf ging mit Maus und Mäuserich voraus. Fipsi lief hinten nach.

Plötzlich sah er einen Marienkäfer. Er schaute ihm lange nach. Der Maulwurf holte ihn zum Rest der Familie.

Jetzt mussten sie einen Fluss überqueren. Maus und Mäuserich waren schon auf dem Floß, als plötzlich ein großer Storch kam und Maus und Mäuserich einfach auffraß.Der Mauwurf nahm Fipsi in seine Pfötchen und tröstete ihn.

Er baute das neue Haus auf der Wiese auf, und beide wohnten jetzt dort.

Fipsi geht nun schon zur Schule. Er geht in dieselbe Klasse wie ich. Es gibt da aber auch einen, der heißt Hans. Er ist eine Krähe. Hans spottet immer über Fipsi, weil er einen Maulwurf als Vater hat.Einmal, im Winter, haben Hans und Fipsi gerauft.

Fipsi schmiss Hans in den Schnee, und da färbte sich der Schnabel des Vogels plötzlich gelb.Fipsi merkte, dass Hans keine Krähe, sondern eine Amsel war, und dass der Vogel seinen Schnabel mit Schuhcreme angeschmiert hatte.

»Wenn du es keinem sagst, spotte ich nie mehr über dich!« bat Hans.»Okay«, sagte Fipsi, und sie wurden dicke Freunde.

 

Katz und Hund

Hallo! Ich bin die Tammy. Ich habe eine kleine Katze, genau genommen einen Kater. Er heißt Filou.

Es war drei Wochen vor meinem Geburtstag. Die Zeit verging sehr langsam. Endlich war es so weit.

»Happy birthday to you!«

Schläfrig ging ich in die Küche. Da saß Tante Raffi am Küchentisch. Sie überreichte mir ein kleines Päckchen. Ich machte es auf. In dem Paket saß ein kleiner Spaniel. Tante Raffi wusste nämlich nicht, dass ich schon eine kleine Katze hatte. Ich sagte es ihr aber auch nicht.

Als Tante Raffi wieder nachhause fuhr, besprach ich es mit Mama und Papa. »Was hat sie sich dabei gedacht? Wie soll ich die beiden nur aneinander gewöhnen?«

Mama zuckte die Achseln.

Papa sagte: »Geh doch in den Garten und spiel’ mit ihnen.«»Ja«, rief ich.

Doch das wurde nichts. Entweder lief Filou weg, oder Flocke bellte ihn an.

Ich holte mein Handy, rief Tante Raffi an und erzählte ihr alles.

Sie überlegte lange, doch dann sagte sie: »Ich komme zu dir und erzähl’ dir, wie man das macht!«

Am nächsten Tag kam Tante Raffi zu mir. Sie erklärte mir, dass man sehr viel Geduld braucht, um zwei Tiere zusammenzubringen. Wir probierten viele Spiele aus. Langsam ging es.

Einmal legten wir Hunde- und Katzenfutter in den gleichen Behälter. Sie mussten dann beide aus dem gleichen fressen, doch so einfach war das nicht! Sie waren nämlich sehr schlau. Flocke fraß zuerst, und dann erst Filou.

Wir gingen mit beiden spazieren. Wir machten Spiele mit vielen Belohnungen. Dann merkten wir, dass beide sehr gern Vögeln nachjagten. Aber auch das half nichts! Ich war schon fast am Verzweifeln.

Da hatte Tante Raffi eine sehr gute Idee.

Als wir alle einmal ins Theater gingen, setzten wir Flocke und Filou in ein gemeinsames Zimmer. Ihnen wurde bald langweilig, und da fingen sie an, miteinander zu spielen.Als wir nachhause kamen, lagen sie friedlich schlafend nebeneinander. Jetzt bedankte ich mich bei Tante Raffi, und sie fuhr nachhause.