Patrick Rudelstorfer (11)

Gefährliches Wellenbad

Puh, ist das eine Hitze, schnaufte Peter, als er beim Strand angelangt war. Sofort breitete er sein Handtuch aus und ließ die Badetasche stehen. Mit einem gewaltigen Satz ins Wasser rettete er sich vor der unerträglichen Hitze.

Peter war mit seiner Familie für eine Woche nach Italien gefahren. Er ist zehn Jahre alt, und sein größtes Hobby ist das Schwimmen. Da es seinen Eltern aber nicht so behagte, war er alleine an den Strand gegangen und hatte versprochen, um vier Uhr wieder im Hotel zu sein.

In der Ferne sah Peter eine kleine Insel, über der Möwen flogen. Peter dachte sich: Da werde ich hinschwimmen. Diese Insel gefällt mir.

Mit kräftigen Schwimmzügen begann er die Insel anzusteuern. Er war schon ein gutes Stück geschwommen, doch noch immer war die Insel nicht in Reichweite. Aber Peter gab nicht auf. Mit mittlerweile schon langsameren Bewegungen schwamm er weiter. Am Himmel zogen langsam große, schwarze Wolken auf. Peter bemerkte, daß das Licht immer schwächer wurde, und deshalb sah er zum Himmel.

Kaum hatte er das getan, zuckten auch schon wilde, grelle Blitze herunter und grollender Donner folgte ihnen. Es kam auch ein Wind auf, der von Minute zu Minute immer stärker wurde. Peter überkam die Angst, und er schwamm, so schnell er konnte, zum Strand zurück. Doch als er wendete, sah er, dass er schon weit von ihm entfernt war. Auch seine Kräfte ließen schon nach, und der immer stärker werdende Wind trug Wellen gegen ihn auf. Peter überkam kalter Schauer. Er wusste, dass er ohne Hilfe verloren war.

Der Donner wurde immer stärker, und die Wellen türmten sich vor ihm auf wie riesige Schlossmauern. Peter wurde von ihnen in die Tiefe gezogen. Salziges Meerwasser drang ihm in die Ohren, in die Nase und den halb geöffneten Mund. Pustend und schnaubend kam Peter an die Oberfläche und holte gierig Luft. Doch kaum hatte er das getan, kamen die nächsten Wellen und rissen ihm mit sich. Peter wußte nicht mehr, was er tun sollte.

Plötzlich hörte er das witzige Schnattern eines netten Delphins, neben sich. Ganz geschwächt packte Peter seine Rückenflossen und ließ sich von ihm zum Strand bringen.

Mittlerweile war es schon fünf Uhr und seine Eltern, die sich große Sorgen machten, waren an den Strand gekommen. Als sie dort sein Badetuch, seine Tasche, aber keinen Peter vorfanden, brachen sie in großes Geheule aus. Doch was war das?

Vom Strand wankte eine kleine, zusammengekrümmte Gestalt auf sie zu. Es war Peter. Er hatte das Glück gehabt, dass der Delphin einem Schwarm kleiner Fische gefolgt war, und diese direkt in Richtung Strand geflüchtet waren.

Als er seine Eltern am Stand stehen sah, lief er auf sie zu, umarmte sie und war so glücklich wie noch nie.