Katharina Tez (12) 7. Preis
Der Lauf der Zeit
Damals lebte ich in einem kleinen Wald in Attendorfberg. Ich hatte viele Freunde, und wir verstanden uns alle sehr gut. Mein Platz war hoch oben in einer alten Eiche in der Nähe des Baches. Von dort aus hatte ich einen sehr guten Überblick.
Doch als die Tage kürzer wurden, geschah etwas Eigenartiges. Meine Freunde wechselten die Farbe, einige wurden braun, andere wiederum gelb. Ich konnte mir das nicht erklären. Was war nur passiert? Aber auch mit mir ging eine Veränderung vor. Auch ich färbte mich rotbraun, und ich wurde so eigenartig trocken. Meine Haut spannte sich und schrumpelte das war kein angenehmes Gefühl. Einige meiner Freunde lagen schon am Boden und schliefen, andere hingen noch am Baum, aber sie waren schon sehr schwach. Was war nur mit uns los? Ich spürte, wie die Luft deutlich abkühlte und immer trockener und trockener wurde.
Als ich eines Tages aufwachte, lag unter mir etwas seltsam Weißes, und auf mir lag auch so etwas. Es fühlte sich kalt an und prickelte auf meiner Haut. Was war das nur? Nachdem ich mir das alles nicht erklären konnte, fragte ich eine Freundin neben mir. Sie aber wusste auch nicht, was geschehen war.
Von Tag zu Tag wurde es kälter, und es fiel immer mehr von der weißen Masse. Nun war ich schon ganz ausgetrocknet. Am nächsten Tag wurde mir bewusst, dass ich auch nicht mehr lange am Baum bleiben würde, und tatsächlich, schon in dieser Nacht wehte ein heftiger Sturm und riss die letzten Blätter vom Baum. Darunter auch mich.
Aber so schlimm, wie ich gedacht hatte, war es nicht. Es war sogar recht gemütlich. Eng aneinander gedrängt schliefen wir alle vereint unter dem Baum ein.