Steiermark-Preis: Begründung der Entscheidung durch die Jury

"Die Super-Maschine", Irene Diwiak

"Meine Maschine kann aber alles", behauptet Gernot Riegler. Und soll recht behalten, fast bis zum Ende. Anton Becker bietet seinem Untermieter eine Wette an: Sollte Gernots Maschine wirklich alles können, darf Gernot ein Jahr umsonst wohnen und Anton wird ihm die Maschine für tausend Euro abkaufen.

Bei der "Super-Maschine", die Irene Diwiak ihren Protagonisten erfinden lässt, handelt es sich um einen Metallkasten, der oben und unten offen ist. Tatsächlich kann die Maschine sogar den Badezimmerspiegel der Bobecks reinigen - man lege einfach einen Lappen darunter, schütte oben viel Seife und Duschgel hinein, und wische dann mit dem Lappen über den Spiegel. Dies ist den Bobecks vorerst Beweis genug für die Fähigkeiten der Maschine.

Die Jury überzeugte die sorgfältig ausgearbeitete Idee, die bei ihren Lesern die Lachmuskeln strapaziert; lebendige Dialoge runden den Text ab.

 

"Schachmatt", Gregor Krammer

Der Zeitungsreporter Kim macht seinen Weihnachtseinkauf und betrinkt sich anschließend in einem Stehcafé. Als er nach Hause torkelt, heftet sich ein schattenhaftes Wesen an seine Fersen, das Kim Happ-Happ nennen wird, weil es ständig an Kims Ohren knabbert.

Happ-Happ führt Kim in Gregor Krammers Erzählung "Schachmatt" ins Land Leringeth. Dort leben scheinbar nur Pontifex, der Herr der Burg des Sturms, und sein Haustier Happ-Happ. Die Ankunft des Gastes, Kim, löst das Wiederauftauchen von Pythagoras, Pontifex' Erzfeind, aus. Kim findet sich als Springer in einem überdimensionalen Schachspiel wieder; Pontifex und Pythagoras spielen um den Besitz von Leringeth, der Verlierer wird mit dem Leben bezahlen.

Die Jury war beeindruckt von der außergewöhnlichen Idee, dass Kim sich in einem überlebensgroßen Schachspiel wiederfindet.

 

"Unmöglich", Petra Erdely

In "Unmöglich" lässt Petra Erdely einen Großvater seinem Enkelkind eine mörderische Geschichte über zwei Schwestern erzählen. Der Gegensatz zwischen einem friedlichen Familienfrühstück mit den Großeltern und dem Mädchen aus der Geschichte, das einen finsteren Verdacht gegen seine Schwester hegt, könnte größer kaum sein.

Ein rotes Stück Papier fliegt an Vickys Fenster vorbei. Sie holt es aus dem Garten und braucht eine Weile, um die Schrift darauf übersetzen zu können: Es handelt sich um eine Morddrohung auf Lateinisch. Das Papier jedoch stammt eindeutig vom Schreibblock ihrer Schwester Mary …

Besonders hat der Jury gefallen, wie lebendig sowohl die Geschichte als auch die Geschichte in der Geschichte geschrieben sind.

 

Für die Jury:
Maria von Krbek, Berlin